14 Mai 2009 @ 3:56  

Interessant, in Deutschland streiken Bauern wegen der geringen Milchpreise. Sie erhalten unter 40 Cent - umgerechnet sind das ca. 19 THB. Billigketten verkaufen Milch für 42 Cent -  20 THB. Hier in Thailand funktioniert die Wirtschaft ohne staatliche Subventionen. Es wird niemand schräg angeschaut wenn man ein Glas Milch trinkt (höchstens von Ausländern). Und die Preise stiegen in den vergangenen drei Jahre von 30 THB auf 42 THB.

Wenn man bedenkt, dass die Gehälter in Thailand ca. um das 5 fache geringer sind als in Deutschland sollte man sich einmal Gedanken machen, ob staatliche Subventionen und extreme Billigpreise wirklich einer sozialen Marktwirtschaft gut tun. Ein Betreiber einer kleinen Rinderfarm ist in Thailand niemand der am Hungertuch nagen muß. Und selbstverständlich kauft selbst eine arme Mutter ihrem Kind Milch.

Zuschüsse für die Milch gibt es in Thailand nur wenn sie in der Schule verkauft wird. Wobei auch hier über den Sinn sich streiten läßt, da vermutlich der größte Teil von den Lehrkräften konsumiert wird.

Tags Categories: Wirtschaft Posted By: weissert
Last Edit: 14 Mai 2009 @ 03 56

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 04 Mai 2009 @ 2:18  

Wer immer vor dem Computer sitzt und arbeitet benötigt auch gelegentlich Urlaub.

Daher hatten wir kurzerhand beschlossen zum Khao Sok Nationalpark zu fahren, dieser ist ca. 150 Kilometer von Phuket entfernt. Also Samstagmorgens um 7:30 Uhr, einer äußerst unüblichen Zeit für mich, ging es los mit dem Auto. Zunächst zur Tankstelle und die wichtigsten Dinge einkaufen und vor allem Geld am Automaten holen. Denn als ich vor drei Jahren dort einige Monate lebte, gab es dort weder Geldautomat, noch in den meisten Gebieten kein Empfang für das Mobilfunknetz. Auch Internet war damals noch eine glücksspielähnliche Angelegenheit, da es damals nur Internet per Satellit gab, das dazu noch sehr kostspielig war.

Der eine oder andere wird sich nun fragen, was will man in so einer Gegend. Die Antwort ist einfach, hier kann man sich hervorragend erholen. Es ist von der Natur ein Paradis.

Die Strecke ist einfach, die Beschilderung dagegen weniger. Denn es gibt drei Strecken die zum Ziel führen. Die längste Strecke führt über Phang Nga, Khao Lak, Takua Pa in Richtung Surat Thani. Damit hat man auch gleich das vom Tsunami am stärksten betroffene Gebiet - Khao Lak - gesehen. Dort kann man übrigens noch immer das Boot besichtigen, das damals immer in den Nachrichten zu sehen war. Allerdings ist Khao Lak wieder aufgebaut. Ob man dort übernachten will oder nicht sollte man selbst wissen. Denn sollte es wieder einmal zu einem größeren Tsunami kommen, wird es dort schwierig sich in Sicherheit zu bringen. Dazu ist der Strand zu weit von den Bergen entfernt. In Takua Pa lohnt sich ein Zwischenstop beim Markt. Dieser hat nichts mit den “Touristenattraktionen” in Phuket zu tun. Auch ein Foodcourt ist zu finden. Wer echtes Thaiessen mag, wird dort gern ein Zwischenstopp machen. Aber vorsicht, das Essen ist dort für Thais gemacht, das heißt scharfes Essen ist scharf und wer das nicht verträgt sollte das Essen lieber stehen lassen und etwas anderes ordern. Es gibt auch nicht scharfes Thaiessen, das hervorragend schmeckt.

Dieses Wochenende sind wir allerdings den direkteste Weg gefahren. Dieser führ über Phang Nga direkt nach Panom (4119) und von dort nach Khao Sok. Diese Strecke ist sehr angenehm zu fahren, da nicht zuviel Verkehr ist.  In Khao Sok übernachteten wir im Park. Um im Park zu wandern benötigt man Eintrittskarten. Steuerzahler in Thailand, Thais und Studenten haben ermäßigte Preise gegen Vorlage der entsprechenden Nachweise.

Die Bungalows des privaten Anbieter im Park sind sehr schön an einem größeren Bach gelegen. Allerdings nicht gerade das was man sauber bezeichnen konnte. Der Preis war mit 500 THB durchaus in Ordnung, wobei wir wohl bei genauerer Inspektion vorher doch andere Zimmer genommen hätten. Aber es war ja nur für eine Nacht. Auf der anderen Seite konnte man nach der Wanderung direkt in den Bungalow und dazu war die Terrasse durchaus schön. Ursprünglich wollte man übrigens 700 THB, aber es ist schon der Beginn der Nebensaison und sehr ruhig. Dazu kenne ich die Preise, so dass man weiß, was ein fairer Preis ist ;-)

Nach der Fahrt waren wir hungrig und ich hatte schon vergessen wie schlecht manche Leute hier in der Gegend kochen. Das Thaiessen war grausam, so dass wir das Nudelgericht kaum angerührt hatten und uns von den mitgebrachten Früchten und dem Reiseproviant ernährten. Danach ging es zur ersten Wanderung. Einen Tourguide sparten wir uns. Wobei dieser für Thailandneulinge durchaus hilfreich sein kann. Da man ansonsten viele Kleinigkeiten der Natur oft übersieht. Ansonsten ist die Beschilderung durchaus gut. Allerdings sollte man gut zu Fuß sein, was wir schnell bemerkten. Übrigens sind die beste Zeiten für Wanderungen Morgens und Abends, da es dann angenehm kühl ist. Tagsüber ist es jedoch auch noch recht schattig, so dass es nicht so schlimm ist wie in anderen Gebieten.

Wir hatten also frohen Mutes das nächste Ziel gewählt, wohlwissend, dass 2,5km für uns eine Herausforderung darstellt ;-)
Zwei Schreibtischtäter unterwegs halt. Nach fast der Hälfte der Strecke waren wir schon gut durchgeschitzt und der Regen zeigte dazu noch, dass es durchaus unangenehm werden kann um den angesteuerten Wasserfall zu sehen. Natur hatten wir ja schon so manche gesehen und so beschlossen wir umzudrehen. Natürlich begleitete uns ein Regenschirm, der zunächst als Sonnenschutz diente und danach noch gute Dienste gegen Regen leistete. Unterwegs gab es im Regen natürlich noch ein paar andere Ereignisse zu sehen, wie zum Beispiel eine kleine, grüne Kobra auf dem Weg, die gerade ein Frosch verspeiste. Keine Angst, die tut uns nichts, so lange wir sie nicht erschrecken oder ihr etwas tun. Schlangen haben normal Angst vor Menschen. Allerdings wehren sie sich verständlicherweise, wenn man ihnen auf die nicht vorhandenen Füße tritt. Sprich in der Dämmerung oder bei Nacht muß man besonders aufpassen, dass man nicht eine Schlange überrascht, die gerade auf dem Weg es sich gemütlich gemacht hat.

Zurück im Bungalow waren die Schuhe natürlich etwas Schlammbedeckt, aber das ist ja nicht der Untergang. Also haben wir es uns auf der überdachten Terasse es uns bequem gemacht und gelesen.

Abends ging es dann noch ins Dorf, das eigentlich aus zwei Straßen besteht. Dort besuchte ich einen alten Bekannten. Dort erfuhr ich, dass es inzwischen ADSL gibt und somit eine deutlich bessere und günstigere Internetverbindung. Auch der Handyempfang ist hervorragend, zumindest mit AIS. Bei DTAC war der Empfang schwächer aber durchaus vorhanden. Vor drei Jahren gab es nur bestimmte Stellen an denen man Empfang hatte. So dass wir früher das Haus verlassen mußten um an einer ca. 1 qm großen Stelle zu telefonieren. Dass heißt wir waren selbst unerreichbar. Es hat sich also mit der Zeit doch einiges geändert. Wobei die Menschen die gleichen geblieben sind. Auch ein ATM Automat hat den Weg dorthin gefunden. Natürlich nur von einer Bank, aber immerhin.

Auf dem Rückweg sind wir noch am Staudamm vorbeigefahren. Der ebenfalls wunderschön ist. Und fuhren dann die Strecke bei Krabi, Phang Nga zurück. Dort erhält man unterwegs frisch zubereiteten Kaffee und es gibt auch gutes Essen. Dafür ist wesentlich mehr Verkehr.

Alles in allem war alleine die Fahrt durch die Berge und die Landschaft die Reise wieder einmal Wert. Sprich der Weg war das Ziel. Übernachtung und Verpflegung lassen in Khao Sok durchaus zu wünschen übrig. Und der Nationalpark ist zwar wunderschön, aber drumherum ist eigentlich jede andere Ecke ebenfalls wunderschön. In diesem Park gibt es übrigens eine Höhle, die in der Regenzeit gesperrt ist und die Sicherheitshinweise sind ernst gemeint, da die Höhle bei Regen überschwemmt werden kann und somit Touristen die trotz der Hinweise die Höhle besichtigten ertrunken sind. Dafür gibt es außerhalb von dem Park noch einen Affenfelsen, dort kann man unzählige Gibbons in der freien Natur sehen. Daher für Naturliebhaber muß es nicht der Park sein. Man sollte auch ruhig die Gegend drumherum ein wenig erkunden. Es ist immer wieder erstaunlich, dass die Touristen dort nur auf die zwei Straßen geballt zu finden sind. Als ich vor drei Jahren dort lebte, hatten die wenigsten Bewohner dort einen Europäer vorher gesehen. Da Touristen eben an diesen Dörfern vorbeifahren.

Alles in allem war es eine gelungene Abwechslung zum Alltag.

Tags Categories: Khao Sok Posted By: weissert
Last Edit: 04 Mai 2009 @ 02 18

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